Kommt es nach 2013 zu weiteren Sportkreisfusionen?

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Die Ständige Konferenz in Kaiserau hat am Wochenende die angestrebte Kreisstrukturreform beschlossen. Das hat der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) mitgeteilt. Was bedeutet das für den Kreis Höxter?

Unmissverständlich wird deutlich: Der Kreis Höxter hat zu wenig Mannschaften, um in Zukunft eigenständig zu bleiben.

„Für die künftige Struktur hat die Ständige Konferenz klare Vorgaben festgelegt: Ein Kreis soll grundsätzlich mindestens 96 Mannschaften im Herrenspielbetrieb auf Kreisebene umfassen, gleichzeitig soll die Zahl der FLVW-Kreise auf weniger als 20 reduziert werden“, heißt es in einer Presseerklärung des Verbandes.

Im Frühjahr war noch von 90 Mannschaften die Rede gewesen. Für den Kreis Höxter macht diese Aufstockung um sechs Teams allerdings kaum einen Unterschied. Aktuell nehmen im heimischen Sportkreis nur 70 Mannschaften am Spielbetrieb teil. In der vergangenen Saison waren es 84, wobei damals auch die Frauenmannschaften mit berücksichtigt worden waren. Nach den neuen Regelungen werden ausschließlich die Herrenteams gezählt.

„Egal, wie gezählt wird: Wir erreichen die 96 Mannschaften nicht. Und leider ist der Trend in den vergangenen Jahren rückläufig“, sagt Matthias Bergmann, Vorsitzender des FLVW-Kreises Höxter. Er hat an der Ständigen Konferenz aller Kreisvorsitzenden und des Präsidiums des Verbandes in Kaiserau teilgenommen und dort auch seine Stimme für die kleineren Kreise erhoben. „Wir dürfen die Fläche nicht vergessen. Der Fußball muss weiter vor Ort gespielt werden“, betont der Vorsitzende am Tag nach der Konferenz im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Beispiel der benachbarten SG Sollingtor, die nach der Fusion der Kreise Holzminden und Hildesheim teilweise sehr weite Fahrten zurücklegen muss, ist hierzulande bekannt und sorgt gerade in Flächenkreisen wie Höxter für große Sorge bei Sportlern und Ehrenamtlichen.

Das Votum zugunsten der Strukturreform sei „deutlich“ gewesen, berichtet Bergmann. Der Kreis Höxter hat in der Vergangenheit nie einen Hehl daraus gemacht, am liebsten eigenständig bleiben zu wollen. Noch während der Arbeitstagung der Senioren im Juli in Dringenberg hatte die stellvertretende Vorsitzende Jessica Hildebrandt in Vertretung Bergmanns gesagt: „Wir möchten an der Eigenständigkeit des Sportkreises Höxter festhalten – so lange wir können“.

Das scheint nun der springende Punkt zu sein. Nach dem Votum der ständigen Konferenz in Kaiserau ist die Reform beschlossene Sache. Nun geht es um die Ausgestaltung. Den Kreisvorsitzenden ist der Auftrag erteilt worden, bis zur nächsten Konferenz im Dezember mit möglichen Partnern Gespräche zu führen.

Doch was sind mögliche Partner für den Kreis Höxter in der Randlage des Verbandes an der Grenze zu Hessen und Niedersachsen? „Das auszuloten, ist unsere Aufgabe“, sagt Matthias Bergmann. Allerdings liegt der Nachbarkreis Paderborn deutlich über der Mindestanzahl an Mannschaften. Die Kreise Detmold und Lemgo sind beide noch eigenständig und haben offenbar erste Gespräche für eine lippische Fusion geführt. Bliebe noch der Hochsauerlandkreis, der allerdings nur eine ganz kleine gemeinsame Grenze mit dem heimischen Kreis Höxter hat.

Das macht es für die Verantwortlichen nicht einfacher. Bis 2029 soll die Reform umgesetzt werden. Geht der Trend zu mehr Spielgemeinschaften und weniger zweiten Mannschaften weiter, dürfte es bis dahin deutlich unter 70 Teams im Kreis Höxter geben.

Der FLVW macht in seiner Pressemitteilung deutlich, dass man eigentlich schon weiter sein wollte: „Ursprünglich war vorgesehen, konkreter über Kreiszusammenschlüsse zu entscheiden. Im Verlauf der Beratungen wurde aber deutlich, dass es weiterer Gespräche bedarf. Die Ständige Konferenz hat sich deshalb dafür entschieden, zunächst einen klaren Rahmen zu beschließen. Die Kreisvorsitzenden haben jetzt den Auftrag, konkrete Modelle zu entwickeln.“

Noch am Wochenende hat FLVW-Präsident Manfred Schnieders in einem Brief die Vereine informiert. „Für Ihren Verein und den laufenden Spielbetrieb ändert sich durch die Entscheidung zunächst nichts. Bei der Kreisstrukturreform geht es um eine Verwaltungs- und Organisationsreform. Sie ist keine Spielklassenreform“, schreibt Schnieders in dem Brief, der dieser Zeitung vorliegt. Ob er damit die vielen Bedenken gerade der kleinen Vereine in den Randbezirken des Verbandes zerstreuen kann, bleibt abzuwarten.

Bericht: Westfalenblatt vom 15.09.2026 (Sylvia Rasche)